Skip to main content
Home » News » Smarte Lösungen für jede City
News

Smarte Lösungen für jede City

Credits: shutterstock

Neue, intelligente Lösungen zu finden, ist für die Schweizer Städte eine Daueraufgabe. Denn ihre Dichte und Diversität machen es notwendig, immer wieder neue Wege zu finden, um eine möglichst hohe Lebensqualität zu schaffen. So ist es nicht erstaunlich, dass in den letzten Jahren viele Städte den Fokus auf Smart City gelegt haben. Sie suchen digitale und smarte Lösungsansätze, um die Städte in den Bereichen Partizipation, Mobilität, Energie oder Umwelt weiterzuentwickeln, die Lebensqualität zu steigern und den Ressourcenverbrauch zu senken.

Martin Flügel

Direktor des Schweizerischen Städteverbandes

Smart Cities bieten dazu ganz neue Möglichkeiten. Die Effizienz des staatlichen Handelns kann gesteigert und Ressourcen können eingespart werden. Noch grösser werden diese Effekte, wenn man über die Staatsebenen sowie Gemeinde- und Stadtgrenzen hinaus zusammen Lösungen erarbeitet und auch die Bevölkerung und Wirtschaft involviert.

Städte und Gemeinden bewirtschaften ein beachtliches Infrastrukturportfolio – von Strassen über Schienen, Strom- und Gasnetze, Trinkwasser- und Abwasserleitungen bis hin zu Glasfasernetzen und Datenportalen. Hier bieten sich unzählige smarte Möglichkeiten. Ein Beispiel: Immer mehr Gemeinden beschaffen smarte Abfallkübel. Auf dem Dach des Metallkübels hat es nicht wie früher üblich einen Aschenbecher, sondern ein Solarpanel. Im Innern des Eimers sind Sensoren angebracht. Hat der Kübel eine gewisse Füllmenge erreicht, wird automatisch eine integrierte Pressfunktion in Bewegung gesetzt und der Inhalt eingestampft, womit Leerungen seltener notwendig sind.

Abfall zu verhindern, bevor er anfällt, ist noch besser. Deswegen ist auch die Bauwirtschaft ein wichtiger Faktor, um die Visionen einer Smart City zu erreichen. Hier gilt es, möglichst schonend und sparsam mit Ressourcen umzugehen. Besonders wichtig ist es, neue Technologien zu entwickeln und zu implementieren, welche die Energieeffizienz von Gebäuden steigern. Neben dem Bau oder der Renovation von Häusern mit optimaler Abdichtung können smarte Technologien den Energieverbrauch optimieren, indem sie beispielsweise bereits aus Wettervorhersagen erkennen, wann und wie viel geheizt werden muss.

Smarte Beleuchtungen können Energie sparen, aber auch die in den Städten immer wieder thematisierte Lichtverschmutzung bekämpfen. In den letzten Monaten wurde die Innen- und Aussenbeleuchtung in Städten aufgrund der Energiekrise zu einem brisanten Thema. Soll die städtische Gebäude- und Strassenbeleuchtung ausgeschaltet werden, auch wenn sich die Bevölkerung anschliessend weniger sicher fühlt? Smarte Ansätze können zukünftig auch hier ein Teil der Lösung sein.

Ebenfalls nur mit smarten Lösungen wird sich die dezentrale Energieproduktion der Zukunft managen lassen. Mit der Zunahme von Solarpanels auf Dächern zur Stromproduktion und E-Mobilien in Tiefgaragen als Stromspeicher lassen sich mit intelligenten Mess- und Steuersystemen ganze Areale oder sogar Quartiere auf ein hohes Selbstversorgungsniveau heben. Dies ist nicht nur aufgrund der erneuerbaren Stromproduktion sinnvoll, sondern wegen tieferer Belastungen des Stromnetzes auch ökonomisch interessant – also im besten Sinne nachhaltig.

Der Schweizerische Städteverband setzt sich für smarte Lösungsansätze ein. Er unterstützt zum Beispiel die SmartSuisse als Patronatspartner, einen zweitägigen Kongress mit dem Ziel, den öffentlichen Sektor mit der Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, um smarte Lösungen zu fördern. Kommunale Infrastrukturbetreiber müssen heute die Weichen so stellen, dass auch kommende Generationen eine bedürfnisgerechte Infrastruktur zur Verfügung haben. Neue Technologien und die digitale Transformation hin zur Smart City bieten grosses Potenzial zur Steigerung der Lebensqualität und zur Senkung des Ressourcenverbrauchs in den Städten.

Next article